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Der Beduinencharakter im Quran


Zur Zeit unseres Propheten gab es zwei grundlegende Sozialstrukturen in Arabien. Die Stadt-Bewohner und die Beduinen (Wüstenaraber). Eine hoch entwickelte Kultur herrschte in den arabischen Städten. Handelsbeziehungen verbanden die Städte mit der äußeren Welt, was zur Ausbreitung "des zivilisierten Lebens" unter den Arabern beitrug, die in den Städten wohnten. Sie hatten ihren ästhetischen Geschmack verfeinert und erfreuten sich an Literatur und insbesondere Gedichten. Die Wüstenaraber waren andererseits Nomadenstämme, die in der Wüste lebten und eine sehr grobe Kultur hatten. Ohne Künste und Literatur entwickelten sie einen rohen Charakter.
Der Islam wurde Mekka, der wichtigsten Stadt der Halbinsel, geboren und hat sich unter seinen Einwohnern entwickelt. Als sich der Islam jedoch auf der Halbinsel verbreitete, nahmen alle Stämme in Arabien ihn an. Unter diesen Stämmen waren auch Wüstenaraber, die problematisch waren. Ihr geringer intellektueller und kultureller Hintergrund hinderte sie am Verstehen der Tiefe und des vortrefflichen Geistes des Islams. Davon spricht Allah in dem folgenden Verse:
Unter den arabischen Beduinen sind manche (besonders) verstockt in Unglauben und Heuchelei. Und es ist sehr wahrscheinlich, dass sie die Vorschriften, welche Allah durch Seinen Gesandten hinabgesandt hat, nicht kennen. Und Allah ist wissend und weise. (Sure at-Tauba: 97)
Die Wüstenaraber, das heißt, Sozialgruppen, die "in Unglauben und Heuchelei verstockt" waren und dazu neigten, Allahs Befehle nicht zu gehorchen, wurden zu Lebenszeiten des Propheten ein Teil der islamischen Welt. In seinen letzten Jahren wurden sie zu einer Quelle für Probleme in der islamischen Welt. Eine als "Kharijis" benannt Sekte, die unter den Beduinen auftauchte, war ein Beispiel hierfür. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal dieser eigensinnigen Sekte war ihre extrem vulgäre, wilde und fanatische Natur. Die "Kharijis", die kein Verständnis für das Wesen des Islams oder der Tugenden und der Werte des Quran hatten, führten Krieg gegen allen anderen Muslime und begründeten diesen Krieg mit einigen koranischen Versen, die sie in verzerrter Weise deuteten. Außerdem führten sie "Terrorakte" durch. Ali (a.s.), einer der engsten Begleiter des Propheten und von ihm als das "Tor der Stadt des Wissens" beschrieben, wurde durch einen Kharijite ermordet.
Später tauchten "Hashashis" (Attentäter) auf, eine andere brutale Organisation. Dies war eine "terroristische Organisation", die aus unwissenden und fanatischen Kriegern bestand., denen ein gründliches Verständnis des Wesens des Islams fehlte und die durch einfache Slogans und Versprechen leicht zu beeinflussen waren.
Das heißt, gerade als die Kreuzfahrer das Christentum verzerrten und als eine Anweisung zur Brutalität missdeuteten, legten einige pervertierte Gruppen, die in der islamische Welt auftauchten, den Islam falsch aus und nahmen Zuflucht zu Gewalttätigkeiten. Was diese religiösen Bekenntnisse und die Kreuzfahrer gemeinsam hatten, war ihre "Beduinen-" Natur. Das heißt, sie waren unwissende, ungeläuterte, ungebildete, vulgäre Menschen mit einem engen geistigen Horizont. Die Gewalttätigkeit, die sie verübten, waren nicht die Folge der Religion, der anzugehören sie behaupteten, sondern die Folge dieser Sozialstruktur.

Die tatsächliche Quelle des Terrorismus:

Der "Dritte Welt"- Fanatismus
Diese Beispiele aus der Geschichte bieten ein besseres Verständnis des Phänomens, des sogenannten "islamischen Terrors", der heutzutage erneut auf der Tagesordnung der internationalen Politik steht. Der Grund dafür ist darin zu finden, dass Terrorakte im Namen des Islams durchgeführt werden, und diejenigen, die solche Taten unterstützen, diesem Glauben angehören. Es handelt sich zweifellos nur um eine Minorität in der Welt des Islams und ihre Motivation entstammt dem "Beduinen-Charakter", nicht dem Islam. Sie können das Wesentliche des Islams nicht verstehen und versuchen, den Islam, der im wesentlichen eine Religion des Friedens und der Gerechtigkeit ist, in ein Werkzeug des Barbarismus umzudeuten. Dies ist ein Resultat ihrer sozialen- uqnd kulturellen Struktur. Der Ursprung dieses Barbarismus, der als "Dritte Welt-Fanatismus" bezeichnet wird, ist die Unvernunft der Menschen, die keine Liebe für andere Menschen empfinden.
Es ist eine Tatsache, dass die Muslime überall in der islamischen Welt in dem letzten Jahrhundert durch westliche Kräfte und ihre Befürworter Gewalttätigkeiten ausgesetzt waren und noch immer sind. Die kolonialistischen europäischen Staaten, die lokalen repressiven Regimes oder die Kolonialisten, die durch den Westen (Israel, zum Beispiel) unterstützt werden, verursachten den Muslimen großes Leid. Jedoch für Muslime ist dieses eine Situation, die sie gemäß dem Quran verstehen, interpretieren und auf die sie dementsprechend reagieren sollen.
In keinem Teil des Quran befiehlt Allah den Gläubigen, "auf Gewalttätigkeit mit Gewalttätigkeit zu reagieren". Im Gegenteil befiehlt Allah den Muslimen, "auf Übel mit Güte zu reagieren":
Das Gute und das Böse sind fürwahr nicht gleich. Wehre (das Böse) mit Besserem ab, und schon wird der, zwischen dem und dir Feindschaft war, dir wie ein echter Freund werden. (Fussilat: 34)
Es ist zweifellos ein gesetzmäßiges Recht der Muslime, auf Grausamkeit zu reagieren. Jedoch sollte sich diese Reaktion nie in einen blinden Hass, eine ungerechte Feindschaft verwandeln. Allah warnt davor im folgenden Vers:

"... Der Hass gegen Leute, die euch von der unverletzlichen Moschee abhalten wollen, verleite euch nicht zu Verfehlungen. Helft einander zur Rechtschaffenheit und Gottesfurcht und nicht zur Sünde und Feindschaft. Und fürchtet Allah..." (Sure al-Ma'ida: 2)
Infolgedessen ist es auf keinen Fall mit Islam vereinbar, gegen unschuldige Menschen anderer Nationen unter dem Vorwand, "die unterdrückten Nationen der Welt zu vertreten", Terrorakte durchzuführen.
Außerdem, und dies ist ein weiterer Punkt, der hier eine spezielle Erwähnung verdient, kann die ganze westliche Welt nicht für die oben erwähnten kolonialistischen (oder neo-kolonialistischen) Gewalttätigkeiten und die Unterdrückung gegen Muslime verantwortlich gemacht werden. Tatsächlich sind die materialistischen und areligiösen Philosophien und Ideologien, die im 19. Jahrhundert vorherrschten, für diese trostlosen Taten verantwortlich. Der europäische Kolonialismus entstand nicht aus dem Christentum. Im Gegenteil, antireligiöse Bewegungen, die sich den Werten des Christentums widersetzen, führten auf den Weg zum Kolonialismus. An den Wurzeln der größten Brutalitäten des 20. Jahrhunderts liegt die sozial-darwinistische Ideologie.
In der westlichen Welt gibt es heute noch grausame, boshafte und opponierende Elemente sowie eine Kultur, die von friedlichen Elemente beherrscht wird, die ihre Wurzeln im christlichen Glauben haben. In Wirklichkeit besteht der Hauptwiderspruch nicht zwischen dem Westen und dem Islam. Im Gegensatz zur allgemeinen Meinung besteht er zwischen den religiösen Menschen des Westens und der muslimischen Welt auf der einen Seite und den Menschen, die sich der Religion (wie Materialisten und Atheisten) widersetzen, auf der anderen Seite.
Ein weiteres Indiz dafür, dass der "Dritte Welt"-Fanatismus nichts mit dem Islam zu tun hat, ist die Kennzeichnung dieses Fanatismus als kommunistischer Ideologie, die noch bis vor kurzem Gültigkeit hatte. Wie bekannt, wurden ähnliche anti-westliche Terrortaten in den sechziger und siebziger Jahren von kommunistischen Organisationen durchgeführt, die von den Sowjets unterstützt wurden. Da die Auswirkung der kommunistischen Ideologie verblasst ist, haben einige der Sozialstrukturen, die kommunistische Organisationen hervorgebracht haben, ihre Aufmerksamkeit dem Islam zugewendet. Diese "Brutalität unter dem Deckmantel der Religion", die durch die Vereinigung einiger islamischen Konzepte und Symbole in die ehemalige kommunistische Rhetorik formuliert wird, widersprich völlig den wesentlichen moralischen Werten des Islams.



Anti-westlicher Radikalismus stützte sich früher auf die kommunistische Ideologie, um seine Gewalttätigkeit zu begründen. Jetzt versucht er es mit frommen Begriffen.

Eine letzte Anmerkung dazu: der Islam nicht einer bestimmten Nation oder einer Geographie eigen. Im Widerspruch zur dominierenden westlichen Auffassung ist der Islam keine "östliche Kultur". Der Islam ist die letzte offenbarte Religion, die der Menschheit als Führer zum wahren Weg dienen soll. Die Muslime sind dafür verantwortlich, die wahre Religion, an die sie glauben, allen Menschen aller Nationen und Kulturen mitzuteilen und sie näher an den Islam heranzuführen.
Infolgedessen gibt es eine eindeutige Lösung für Menschen und Gruppen, die im Namen des Islams Zuflucht zum Terror nahmen oder unterdrückerische Regime errichten und diese Welt in einen schrecklichen Ort verwandeln, statt sie zu verschönern: den wahren Islam aufdecken und ihn so mitteilen, damit die Massen ihn verstehen und danach leben können.

Zusammenfassung: Empfehlungen an die westliche Welt


Heute ist die westliche Welt wegen Organisationen beunruhigt, die Terror unter dem Deckmantel des Islams verüben. Diese Besorgnis ist unangebracht. Es liegt auf der Hand, dass diejenigen, die Terror ausüben und ihre Symphatisanten, nach internationalen Rechtskriterien bestraft werden sollten. Ein wichtigerer Punkt, der hier zu betrachten ist, betrifft die langfristigen Strategien, die für tragfähige Lösungen zu diesen Problemen aufgestellt werden müssen.
Die Einschätzungen oben decken auf, dass der Terror keinen Platz im Islam hat. Sie zeigen weiter die widersprüchliche Natur des Begriffes "des islamischen Terrors". Dies führt uns mit einem wichtigen Gesichtspunkt:


1) Die westliche Welt, besonders die Vereinigten Staaten, wird sicher abschreckende Maßregeln treffen, um mit dem Terror fertig zu werden und sie hat das Recht dazu. Jedoch sollte sie dabei ausdrücklich betonen, dass dies kein Krieg gegen den Islam und Muslime ist, sondern im Gegenteil eine Maßregel zum Vorteil des Islams. "Kampf der Kulturen", dieses gefährliche Szenarium, das in den neunziger Jahren vorgestellt wurde, sollte um jeden Preis verhindert werden.

2) Die Unterstützung sollte für die Verbreitung "des wahren Islams", der eine Religion der Liebe, der Freundschaft, des Friedens und der Bruderschaft ist, sorgen und die islamischen Gesellschaften sollten für sein wahres Verständnis sorgen. Die Lösung für radikale Parteien in den islamischen Ländern sollte nicht "erzwungene Säkularisation" sein. Eine solche Politik hat im Gegenteil eine Gegenreaktion der Massen zur Folge und lädt zum Radikalismus ein. Die Lösung ist die Verbreitung des wahren Islams und die Vorstellung eines muslimischen Modells, das die koranischen Werte wie Menschenrechte, Demokratie, Freiheit, moralisches Verhalten, Wissenschaft und Ästhetik fördert und der Menschheit Glück und Segen bringt.

3) Die Quelle des Terrorismus ist Unwissenheit und Intoleranz und die Lösung ist Bildung. Den Kreisen, die Sympathie für den Terror empfinden, sollte gesagt werden, dass der Terror dem Islam völlig widerspricht, und dass der Terror dem Islam, den Muslimen und der Menschheit großen Schaden zufügt. Außerdem müssen diese Menschen eine Bildung erhalten, um diesen Barbarismus zu überwinden. Die Unterstützung der Vereinigten Staaten zu solch einer Bildungspolitik wird zweifellos sehr positive Resultate bringen.
Wir hoffen, dass diese Maßregeln der Welt helfen werden, um den Terrorismus und alle anderen intoleranten, brutalen und barbarischen Strukturen zu beseitigen. Mit seiner christlichen Kultur und Bevölkerung sind die Vereinigten Staaten, die sich als

"Nation unter Gottes Gnade" definieren, tatsächlich ein wahrer Freund der Muslime. Im Quran lenkt Allah die Aufmerksamkeit auf diese Tatsache und erklärt uns, dass Christen diejenigen sind, die "den Gläubigen am freundlichsten gegenüberstehen". (Sure al-Ma'ida: 82)
In der Geschichte konnten einige unwissende Menschen (zum Beispiel, Kreuzfahrer) diese Tatsache nicht verstehen und verursachten Konflikte zwischen diesen beiden großen Religionen. Um die Wiederholung dieses Szenariums zu verhindern, müssen wahre Christen und Muslime zusammenkommen und zusammenarbeiten.
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Anmerkungen

1- Alan Ereira, David Wallace, C r u s a d e s : Terry Johns Tell the Dramatic Story of Battle for Holy Land, BBC World Wide Ltd., 1995.


Quelle: http://www.islamverfluchtterror.com

 


Der Islam ist nicht die Quelle des Terrorismus, sondern seine Lösung  ( 1 / 2 )