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Anlässlich der bevorstehenden nichtmuslimischen Feste Weihnachten und Silvester und der vorweihnachtlichen Aktivitäten in Deutschland möchten wir auf die islamische Sichtweise hinsichtlich der Beteiligung an diesen Aktionen, des Mitfeierns und Gratulierens hinweisen.


Auszüge aus:

"Zusammenfassung über die islamische Beurteilung von Festen und Feierlichkeiten" – erstellt von Muhammad S. Al-Almany (Der komplette Artikel hier)

Das Feiern von zeitlich regelmäßig wiederkehrenden Festen/ Feierlichkeiten (A'iaad/أعياد) ist für Muslime auf die zwei islamischen Feste Iid al-Adhaa und Iid al-Fitr beschränkt.

Sie dürfen außer diesen beiden Festen keine weiteren zeitlich regelmäßig wiederkehrenden Feste einführen oder an ihnen teilnehmen.
Dies geht u.a. aus folgender Überlieferung von Anas ibn Maalik (Allahs Wohlgefallen auf ihm) hervor:

Ungefähr:

Als der Gesandte Allahs (Ehre und Heil auf ihm) nach Madiinah kam, hatten die Bewohner Madiinahs zwei Tage (im Jahr), an denen sie Spielen nachgingen. Da fragte der Gesandte Allahs (Ehre und Heil auf ihm): „Was sind diese beiden Tage?“ Sie antworteten: „In der vorislamischen Zeit der Unwissenheit pflegten wir an ihnen zu spielen.“ Da sagte der Gesandte Allahs (Ehre und Heil auf ihm):

Wahrlich, Allah hat sie euch gegen besseres ausgetauscht: den Tag von al-Adhaa und den Tag von al-Fitr.

(Authentisch überliefert bei Abi Dawuud, An-Nasaay und Ahmad).

Die Gelehrten wiesen darauf hin, dass der vom Propheten (Ehre und Heil auf ihm) genannte „Austausch“ das Verbot anderer „Tage“ außer den beiden islamischen Festen bedeutet.

Die Teilnahme an Festen und Feierlichkeiten, die nicht zu den islamischen Festen gehören, ist den Muslimen aufgrund der folgenden Aspekte untersagt:

- Die zuvor genannte Einschränkung zeitlich regelmäßig wiederkehrender Feste für Muslime auf Iid al–Adhaa und Iid al-Fitr, wenn die jeweilige Festlichkeit in regelmäßigen zeitlichen Abständen wiederkehrt.

- Das Verbot, sich den Nicht-Muslimen anzugleichen oder ähnlich zu machen in für sie charakteristischen Merkmalen ihrer Kultur wie z.B. in Religion,Tradition und Brauchtum, Kleidung, Sprache usw. Die Beweise für dieses Verbot sind zahlreich in Qur’an und Sunnah. Jedoch dürfte die folgende Aussage unseres Propheten (Ehre und Heil auf ihm) genügen:  

Der Gesandte Allahs (Ehre und Heil auf ihm) sagte:


Wer sich einem Volk angleicht/ähnlich macht, der gehört (dann) dadurch zu ihnen (zu diesem Volk).“ (Richtig überliefert bei Abi Dawuud)

- Das Verbot, das Falsche (Al-Baatil/ الباطل ) zu bestätigen oder zu ihm zu ermuntern, was eine Teilnahme, Gratulation u.ä. impliziert.

Allah der Erhabene sagt über die Gläubigen (ungefähre Bedeutung auf Deutsch):

Und diejenigen, die das Falsche/Lügnerische nicht bezeugen (und ihm nicht beiwohnen), und wenn sie an sinnlosem Treiben vorbeigehen, gehen sie in Würde vorbei.“ (Qur’an 25:72)

Einige Tafsiir-Gelehrte der Sahaabah, der Taabi'iin und andere haben darauf hingewiesen, dass mit dem „nicht-bezeugen des Falschen“ und dem „nicht-beiwohnen“ desselben in diesem Vers des Qur’an u.a. die Feste und Feierlichkeiten der Nicht-Muslime gemeint sind.

Diese Aussage zu diesem Vers ist überliefert von Ibn Abbaas, Ad-Dhahaak, Ikrimah, Ibn Siriin, Mujaahid und Rabii ibn Anas.

- Das Verbot, sich an einem Platz aufzuhalten, an dem sich Allahs Regelungen und Gesetzen wiedersetzt wird, d.h. an dem Sünden begangen werden, ohne diese zu unterbinden. Dazu gibt es eine Anzahl von Beweisen in Qur’an und Sunnah.

Allah der Erhabene sagt (ungefähre Bedeutung auf Deutsch):

Und kooperiert miteinander bei Gottgefälligkeit und Gottesfurcht. Und kooperiert nicht in Sünde und feindseligem Vorgehen, und fürchtet Allah! Allah ist streng im Bestrafen.“ (Qur’an 5:2)

Der Gesandte Allahs (Ehre und Heil auf ihm sagte):
Wer von euch etwas Unrechtes sieht, so soll er es mit seiner Hand ändern. Und wenn er dazu nicht imstande ist, mit seiner Zunge. Und wenn er (auch) dazu nicht imstande ist, mit seinem Herzen, und dies ist die geringste Glaubensstärke (der geringste Iimaan).“ (Überliefert in Sahiih Muslim)

Die Gelehrten haben darauf hingewiesen, dass zum „Ändern mit dem Herzen“ gehört, sich von diesem Ort zu entfernen.

Aus dem zuvor genannten geht hervor, dass das Ausrichten von zeitlich regelmäßig wiederkehrenden Feierlichkeiten außer 'Iid al-Adhhaa und 'Iid al-Fitr sowie das Ausrichten von Festen und Feierlichkeiten, die denen der Nicht-Muslime gleichen oder die von Allah verbotene Dinge beinhalten, für Muslime verboten (muharram/ محرّم ) ist.

Dazu gehören u.a. religiöse Feste und Feierlichkeiten, das Begehen bestimmter „Tage“ wie z.B. Geburtstage, Gedenktage, Vatertag, Muttertag, Tag der Arbeit, Nationalfeiertag, internationaler „irgendwas-Tag“ aber auch jährliche Sommerfeste, Abschlussfeste, Stadtteilfeste usw…

Auch ist deren Bestätigung und die Gratulation zu diesen verboten (muharram).

Quelle: Dawanews