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Sprich: "Der Tod, vor dem ihr flieht, wird euch bestimmt einholen. Dann müsst ihr zu Dem zurück, Der das Verborgene und das Offenbare kennt. Und Er wird euch vorhalten, was ihr getan habt." (Sure 62:8 - al-Dschumu'a)

Eine der offensichtlichsten Eigenschaften der Mitglieder der Dschahiliya-Gesellschaft, die sich Allah und des Jenseits nicht bewusst sind, ist, dass sie so leben, als ob sie nie sterben würden. In dieser Gesellschaft ist der Tod ein Thema, dessen sich jeder bewusst ist, aber von dem nicht gesprochen wird. Alle Pläne werden gemacht, ohne den Tod zu beachten. Menschen raffen Vermögen zusammen, als ob sie auf dieser Welt in Ewigkeit leben würden. Da alle Pläne durchgeführt werden, ohne den Tod zu beachten, sieht man jemanden, der den Tod erwähnt, als Spielverderber und als respektlos an.

Dies zeigt uns ganz offenbar, auf was für einer entarteten Logik die Menschen der Dschahiliya-Gesellschaft ihr Leben begründet haben. Da "jeder den Tod kosten soll" (Sure 3:185 - Al-'Imran), hat ein Leben, das begründet wurde, ohne die Tatsache des Todes zu beachten, sicherlich eine faule Grundlage.
•    Ein Mensch jedoch soll seinen Verstand benutzen.
•    Er soll darüber nachdenken, warum er ein Leben von durchschnittlich 60-70 Jahren hat und dann stirbt, obwohl er nach einem unendlichen Leben strebt.
•    Er soll bemerken, dass er dem Tode nicht entkommen kann, indem er nicht über den Tod nachdenkt. Er soll wissen, dass er sich so unvernünftig wie der Vogel Strauß verhält, der seinen Kopf in den Sand steckt, um dem Jäger zu entkommen.
•    Er soll sich dessen bewusst sein, dass Allah, Der ihn aus einem einfachen Samen auf vollkommenste Weise erschaffen hat, auch Macht darüber hat, ihn nach seinem Tod wieder lebendig zu machen.
•    Und er soll wissen, dass Allah, Der in Hunderten von Versen den Menschen verheißen hat, sie nach ihrem Tod wieder lebendig zu machen, dieses Versprechen halten wird.
Nur dann kann er beginnen zu begreifen, dass der Tod nicht das Ende, sondern der Übergang ins Jenseits ist.
•    Dann kann er auch verstehen, dass es keinen Sinn hat, vor dem Tod Angst zu haben. Sich vor dem Tod zu fürchten bringt den Menschen keinen Nutzen, denn niemand kann dem Tode entkommen. Jeder wird genau an dem Moment sterben, der in seinem Schicksal von Allah vorherbestimmt worden ist. Die, die Angst vor dem Tod haben, wurden im Quran wie folgt gewarnt:
...Sie verbargen in ihren Seelen, was sie dir nicht mitteilten, indem sie sprachen: "Hätten wir etwas zu sagen gehabt, lägen wir hier nicht erschlagen!" Sprich: "Wärt ihr auch in eueren Häusern gewesen, wahrlich, jene, denen der Tod bestimmt war, wären zu ihrer Todesstätte aufgebrochen. Dies damit Allah prüfe, was in eueren Brüsten ist, und erforsche, was in eueren Herzen ist. Und Allah kennt das Innerste der Brüste." (Sure 3:154 - Al-'Imran)

Aber der Tod, der ein Übergang ins Jenseits ist, bringt jemandem nur dann Glückseligkeit und Errettung, wenn dieser sein Leben dem Wohlgefallen Allahs gemäß geführt hat. Für die, die sich von Allah abgewendet haben, ist der Tod der Beginn des Unglücks und der Katastrophe. Dass die Reue, die diejenigen, die Allah vergessen haben, indem sie so lebten, als ob sie nie sterben würden, empfinden werden, wenn sie mit dem Tod konfrontiert werden, ihnen keinen Nutzen bringen wird, wird im Quran folgendermaßen mitgeteilt:

Keine Vergebung haben aber jene zu gewärtigen, welche Übles taten bis, wenn der Tod sie ereilt, sie sprechen: "Siehe, jetzt bekehre ich mich!", und auch nicht jene, die als Ungläubige sterben. Für jene bereiten Wir schmerzliche Strafe. (Sure 4:18 - an-Nisa)

Erst wenn der Tod einem von ihnen naht, wird er sagen: "O mein Herr! Sende mich zurück, damit ich das Gute tue, das ich unterließ." Keineswegs! Das sind nur (leere) Worte, was er da spricht. Und hinter ihnen ist eine Schranke bis zu dem Tage, an dem sie auferweckt werden. (Sure 23:99,100 - al-Mu'minun)

Jeder, der sich Allah nicht gewidmet hat, wird diese Reue erleben.

Wenn das Leben so kurz ist, wenn es nach diesem Leben ein unendliches wirkliches Leben gibt und wenn dieses unendliche Leben nur dann erworben wird, indem man auf dieser Welt immer nach dem Wohlgefallen Allahs sucht, dann:

Anstatt über das kurze und wertlose Leben im Diesseits nachzudenken, sollte man an sein tatsächliches unendliches Leben nach dem Tod denken. Aus diesem Grund sagt Allah im Quran über die Gläubigen folgendes: "Siehe, Wir erwählten sie besonders zum Zwecke des Gedenkens an das Jenseitige." (Sure 38:46 - Sad)

Es hat keinen Sinn, sich durch das Vermögen und die Versuchungen im diesseitigen Leben täuschen zu lassen. Niemand kann seine Güter, seine Schönheit, seine Kraft, seine Familie oder seine Berühmtheit ins Jenseits mitnehmen. Nichts von alledem kann einen Menschen in sein Grab begleiten. In das Grab kommt nur der Körper, der in ein Leichentuch gewickelt ist, und dieser Körper wird nach kurzer Zeit verfaulen.

Das einzige, was von dieser Welt ins Jenseits mitgenommen wird, sind die guten Werke und Gottesdienste, die um Allahs Wohlgefallens willen getan wurden. Dann werden die Gnaden, die auf dieser Welt dem Menschen für eine kurze Zeit gegeben wurden (Gesundheit, Schönheit, Reichtum usw.), dem Menschen im Jenseits in viel schönerer Form für alle Ewigkeit zurückgegeben.

Wer diese Wahrheit nicht erfasst und sein Vermögen und seinen Körper nicht für Allahs Wohlgefallen einsetzt und geizig ist, der macht sein eigenes Jenseits zunichte und ist in Wahrheit geizig gegenüber sich selbst. Der Vers bezüglich dieses Themas heißt:

Gewiss, ihr seid diejenigen, die eingeladen sind auf Allahs Weg zu spenden, doch einige von euch sind geizig. Wer aber geizig ist, ist nur geizig gegen sich selbst. Allah ist der Reiche und ihr seid die Armen. Aber wenn ihr euch abwendet, wird Er euch gegen ein anderes Volk austauschen. Und sie werden nicht wie ihr sein. (Sure 47:38 - Muhammad)

Die, die diese Tatsachen nicht begreifen können und an dieser Welt mit unmäßiger Liebe hängen, versuchen, unsterblich zu werden. Aus diesem Grund wollen sie etwas "Unsterbliches" hinterlassen, so dass andere Menschen sich nach ihrem Tod an sie erinnern. Beispiele dafür sind:
•    Manche Menschen versuchen Kunstwerke zurückzulassen, so dass ihre Namen weiterleben können. Im Quran wird dies folgendermaßen beschrieben:
Baut ihr euch aus Frivolität auf jedem Hügel ein Denkmal und errichtet Prachtbauten, als wolltet ihr unsterblich werden? (Sure 26:128, 129 - asch-Schu'ara')
•    Eines der besten Beispiele dieser Psychologie ist der extreme Wunsch nach der Erziehung der Kinder. Die, die nicht auf das Jenseits hoffen, wünschen Kinder zu haben, die den Familiennamen in der Zukunft tragen werden. Dies ist der hauptsächliche Grund, warum Familien lieber Söhne mögen. Allah deutet im Quran dieses Thema folgendermaßen an:
Und wisset, dass euer Besitz und euere Kinder nur eine Versuchung sind, aber gewaltiger Lohn bei Allah ist. (Sure 8:28 - al-Anfal)

In einem anderen Vers wird folgendermaßen berichtet, dass das Wetteifern um Kinder nur ein vorübergehender Schmuck diesseitigen Lebens ist:

Wisst, dass das irdische Leben nur ein Spiel und Scherz und Flitter und Prahlerei unter euch ist und Wetteifern um Vermögen und Kinder. Dies gleicht dem Regen, dessen Wachstum die Bauern erfreut. Dann aber welkt es, und du siehst es gelb werden. Dann zerbröckelt es. Und im Jenseits ist strenge Strafe ebenso wie Verzeihung von Allah und Wohlgefallen. Doch das irdische Leben ist nur ein trügerischer Nießbrauch auf Zeit. (Sure 57:20 - al-Hadid)

o Wenn wir den Quran lesen, sehen wir, dass ein Gläubiger nur dann ein Kind haben möchte, wenn es zum Vorteil der Religion ist. Viele der Propheten hatten für lange Zeit keine Kinder, da es nicht nötig war, erst als sie älter wurden, wollten sie Kinder haben, damit nach ihnen die Religion weiter verbreitet und geschützt wurde.

Deswegen soll man dann Kinder bekommen, wenn es für Allahs Wohlgefallen nötig ist. Die Ungläubigen jedoch wollen nur wegen eines instinktiven Wunsches Kinder bekommen, damit ihre Familiennamen fortbestehen.



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