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Im ersten Teil dieses Artikels erwähnten wir, dass die Barmherzigkeit des Propheten Muhammad  nicht nur die Gläubigen Männer und Frauen umfasste, sondern vielmehr eine allgemeine Barmherzigkeit war, die selbst seine Feinde zu spüren bekamen. Hier geht es weiter mit der in menschlichen Maßstäben einzigartigen Barmherzigkeit des Propheten Muhammad  .      

Eine Barmherzigkeit für die Kinder


Allâhs Gesandter  war insbesondere barmherzig mit den Kindern. Sah er ein Kind weinen, setzte er sich neben es und teilte seine Gefühle. Er fühlte den Schmerz einer Mutter für ihr Kind mehr als die Mutter selbst. Einst sagte er:

Ich stehe im Gebet und wünsche mir, es zu verlängern. Wenn ich jedoch ein Kind weinen höre verkürze ich das Gebet wegen der Sorge, die die Mutter fühlt.“ (Al-Buchârî)

Er nahm die Kinder in seine Arme und drückte sie an sich. Einst umarmte er seine geliebten Enkel, Hasan und Husain. Aqra’ ibn Hâbis sagte zu ihm:

Ich habe zehn Kinder. Bis jetzt habe ich kein einziges geküsst.“ Allâhs Gesandter  antwortete: „Wer sich anderer nicht erbarmt, dem wird keine Barmherzigkeit zuteil.“ (Al-Buchârî und Muslim)

Gemäß einem anderen Wortlaut sagte er:

Was kann ich für dich tun, wenn Allâh dir das Gefühl der Barmherzigkeit nahm?“ (At-Tirmidhî)


Eine Barmherzigkeit für die Sklaven


Der Prophet  befahl strengstens die gütige und großzügige Behandlung der Sklaven, Diener und Arbeiter, die mit körperlicher Arbeit beschäftigt waren. Dschâbir  berichtete, dass Allâhs Gesandter  sagte: „Gebt ihnen von dem Essen, das ihr esst, kleidet sie mit dem, was ihr anzieht und macht den Geschöpfen Allâhs keine Probleme.“ Der Gesandte  sagte weiter: „Jene sind eure Brüder, die Allâh von euch abhängig machte. Einer, dessen Bruder ihm untergeordnet wurde, soll ihn mit dem speisen, das er selbst isst und ihn mit dem kleiden, was er selbst anzieht. Er darf ihm nicht befehlen, wozu er unfähig ist. Wenn er ihm etwas Schweres auferlegt, so soll er ihm helfen, die Arbeit zu erledigen.



Eine Barmherzigkeit für die Tiere


Seine Barmherzigkeit umfasste nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere. Der Prophet  verbat seinen Gefährten, auch die unintelligenten Geschöpfe nicht hungrig oder durstig zu lassen, noch sie zu stören oder zu überlasten. Er befahl ihnen die Sanftheit und erleichterte es ihnen, sich Allâh mittels verdienstvoller Taten zu nähern. Abu Huraira  überlieferte, dass der Prophet  sagte:

Während ein Mann unterwegs war, überkam ihn ein sehr starker Durst. Als er einen Wasserbrunnen sah, kletterte er in ihn hinab und trank von dem Wasser. Sobald er aber aus dem Brunnen herausgeklettert war, fand er einen Hund, der mit lechzender Zunge aus Durst den Sand fraß. Der Mann sagte zu sich: ‚Dieser Hund befindet sich auf Grund des Durstes in der gleichen Lage, in der ich mich zuvor befand.’ Er kletterte also wieder hinab, füllte seinen Lederstrumpf mit Wasser, hielt diesen mit seinen Zähnen fest (kletterte hinauf) und ließ den Hund trinken. Allâh dankte ihm (für diese Tat) und vergab ihm (seine Sünden)!“ Die Leute sagten: „O Gesandter Allâhs, werden wir auch für die Tiere belohnt?“ Der Prophet sagte: „Für jedes Lebewesen werdet ihr belohnt!

’Abdullah Ibn ’Umar  berichtete, dass der Gesandte Allâhs  sagte:

Eine Frau wurde wegen einer Katze bestraft, weil sie sie solange einsperrte, bis sie verhungerte. Sie ging dafür ins Höllenfeuer. ... ‚Du hast ihr weder Nahrung noch etwas zu trinken gegeben, als du sie einsperrtest, noch ließest du sie laufen, damit sie sich von den Tieren der Erde hätte ernähren können.’“

Als einst einige Gefährten bei der Heimreise von ihrem Feldzug die Nestlinge eines Vogels aus dem Nest nahmen, um sie zu streicheln, kam der Muttervogel zurück und sah, dass die Vögel sich nicht im Nest befanden. Daher begann der Vogel kreischend hin- und herzuflattern. Als der Prophet  über die Sache informiert wurde, wurde er zornig und befahl, die Jungvögel in ihr Nest zurückzulegen. (Abû Dâwûd)



Schlusswort


Die Liebe und die Barmherzigkeit des Gesandten Allâhs  für alle Arten von Geschöpfen glich nicht etwa dem, was die „Humanisten“ heutzutage von sich behaupten. Er war in seiner Barmherzigkeit und Liebe aufrichtig und ausgeglichen. Er war barmherziger als irgendein anderer Mensch je war. Er war ein Prophet, erzogen von Allâh, dem Schöpfer und Sachwalter aller Wesen; ein Prophet, der für die Leitung und Glückseligkeit bewusster Wesen - der Menschen und der Dschinn - und für die Harmonie der Existenz zuständig war. Daher lebte er nicht für sich selbst, sondern für andere, als eine Barmherzigkeit für alle Welten.

 

Quelle: www.islamweb.net