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Untersuchung über die Wirklichkeit des Gesandten Allahs.

Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, gemäß der Anzahl der geschaffenen Dinge seit Beginn der Schöpfung bis zum Tage, an dem alle Dinge durch die übermächtige Herrlichkeit Seiner Göttlichen Majestät ausgelöscht werden, sagte, dass sein Herr gesagt habe: „Ich war ein verborgener Schatz und Ich wünschte bekannt zu sein und so schuf Ich das Universum, um bekannt zu sein.“

Es war also Allahs Wunsch nach Selbsterkenntnis, der sich in den Tiefen der Essenz Seiner Göttlichen Einheit ausdrückte, der den Beginn des Schöpfungsvorgangs hervorbrachte und zur Entfaltung der vielen Schichten der Existenz und aller Formen führte, die darin enthalten sind, einschließlich der Erde mit ihrem mineralischen, pflanzlichen und tierischen Leben.


An einem bestimmten Punkt, als die Umgebung darauf vorbereitet war, wurde ein neues Geschöpf hervorgebracht: der Mensch. Bis zu diesem Ereignis hatten die verschiedenen Existenzformen unterschiedliche Stufen des Bewusstseins; dem Menschen wurde jedoch von seinem Schöpfer und Herrn die Fähigkeit zu erkennen gegeben, nicht nur seiner physischen Umgebung, sondern auch, dass er selbst ein untrennbarer Teil der Einen Wirklichkeit war, die er in sich selbst und in allem, was ihn umgab, wahrnahm.


Er war der Gipfel und die Perfektion der gesamten Schöpfung und das Mittel, wodurch der „verborgene Schatz“ Seinen Wunsch nach vollkommener Selbsterkenntnis erfüllen konnte.


Tief im Wesen des Menschen ist ihm von seinem Herrn ein Geheimnis eingehaucht, das sich zur Majestät und Schönheit der Göttlichen Einheit entfaltet. Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte, dass sein Herr sagte: „Das ganze Universum kann Mich nicht enthalten, aber das Herz meines vertrauenden Sklaven enthält Mich.“


Im Qur’an sagt Allah: „Wir boten das Vertrauen den Himmeln und Gebirgen an, sie lehnten jedoch ängstlich ab es zu tragen und so trug es der Mensch. Dabei begeht er doch sicherlich viele Missetaten und ist sehr unwissend.


Diese Missetaten und Dummheit des Menschen brachte ihn dazu, sein wahres Wesen und sein Bewusstsein der Göttlichen Einheit zu vergessen. Er beschäftigte sich zunehmend mit der Wahrnehmung seiner Sinne und verlieh nach und nach den geschaffenen Formen eine eigenständige Wirklichkeit. Aufgrund der Göttlichen Gnade erschienen aber unter den verschiedenen Gemeinschaften der Menschen Männer, um ihnen zu zeigen, was sie verloren hatten und sie an ihr wahres Wesen zu erinnern.


Diese Männer, Propheten und Gesandte, möge Allah ihnen allen Frieden geben, genannt, wurden nur zu diesem Zweck geschaffen; und obwohl sie nur Menschen unter Menschen waren, waren sie von Geburt an gesegnet mit einer ungetrübten Wahrnehmung der Göttlichen Wirklichkeit, sowie mit dem Wissen, wie man mit dem Herrn des Universums in Harmonie leben kann, während die Menschen um sie herum sich in Dunkelheit und Unwissen abmühen.


Diese Propheten und Gesandten brachten ihren Gemeinschaften das Wissen und die Rechtleitung, derer sie bedurften und dienten ihnen als Vorbilder, wodurch sie sie zur Verehrung und Anerkennung ihres Herrn, d. h. der Einen Wirklichkeit, zurückbrachten. Sie stellen die Vervollkommnung der menschlichen Geschöpfe dar. Sie wurden nicht beeinträchtigt durch ihre Berührung mit ihrer Existenz und waren sich der Anwesenheit ihres Herrn unablässig bewusst.


Der erste dieser Reihe war der erste Mensch, Adam, und sie erschienen wieder und wieder in der Geschichte des Menschen, bis diese Kette mit dem Erscheinen des Siegels der Propheten vervollständigt wurde: Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben. Im Qur’an sagt Allah: „Muhammad ist nicht der Vater irgend eines eurer Menschen, sondern er ist der Gesandte Allahs und das Siegel der Propheten.


Wir haben gesehen, dass der Mensch den Gipfel und die Erfüllung des Schöpfungsvorgangs darstellt. Obwohl er zuletzt erschien, war alles, was ihm vorausging, eine Vorbereitung: Mittel, durch die der Herr des Universums Sich Selbst erkannte. Der Wunsch nach dieser Selbsterkenntnis hat die gesamte Entfaltung der Schöpfung hervorgebracht und so wurde die erste Vorstellung in der letzten Form zu einer Wirklichkeit. Im Menschen ist das Erste und das Letzte vereint.


Begehrt man eine Frucht, so muss man einen Baum pflanzen und dann warten, bis er wächst, blüht und schließlich Früchte trägt. Die Vorstellung einer Frucht ging jedoch dem Pflanzen eines Baumes voraus.


Wie schon gesagt, ereignete sich die Vervollkommnung des Menschen in den Propheten und Gesandten, möge Allah ihnen allen Frieden geben, welche die Vorbilder und Beispiele für die Menschheit waren und in denen sich die Göttliche Wirklichkeit auf das Vollkommenste widerspiegelte.


Sie entsprachen am besten jenem ursprünglichen Wunsch der Göttlichen Essenz nach Selbsterkenntnis und sind deshalb auch die ersten Wesen in der Entwicklung der Schöpfung. So wie das Letzte und Erste sich im Menschen, dem letzten Geschöpf, vereinen, so sind sie in Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, dem letzten Gesandten, vereint.


Er sagte dazu: „Ich war der erste der Propheten, der geschaffen wurde und der letzte, der Seine Botschaft zu überbringen hatte.


Und er sagte: „Ich war ein Prophet, als mein Bruder Adam noch zwischen Wasser und Lehm war.


Und er sagte auch: „Als Allah beschloss, das Universum zu erschaffen, nahm Er einen Teil Seines Lichtes und sagte zu ihm: ‘Sei Muhammad!’“


Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, ist der erste Punkt, aus dem Licht, das aus der undurchdringlichen, gänzlich unerforschlichen Gewaltigkeit der Göttlichen Essenz hervorgeht. Er ist das erste Wesen in der Entfaltung der Schöpfung des Universums. Er ist der Schirm, durch den die Göttlichen Eigenschaften in die übrige Existenz fließen und der große Schleier, durch den die Schöpfung vor der überwältigenden Macht der Göttlichen Majestät geschützt wird.


Er ist der Mond, der das undifferenzierte Licht der göttlichen Sonne reflektiert. Er ist die höchste Manifestation der Namen und Attribute Allahs und der Weg, auf dem sie in die übrige Schöpfung fließen.


Er ist Muhammad, Sohn des Abdallah, Sohn des 'Abdul-Muttalib, geboren 35 Jahre vor der Hidschra in Mekka. Während der Mi’radsch, der Nachtreise, als er durch sieben Himmel an einen Punkt jenseits des Lotusbaumes, der die äußerste Grenze darstellt, gebracht wurde, wo selbst Dschibril, der größte aller Engel anhalten musste, wurde ihm die vollständige Verwirklichung seiner unvergleichlichen Stellung beim Herrn des Universums gegeben. Von dort näherte er sich seinem Herrn bis zum Abstand von zwei Bogenlängen und erfuhr die vollkommene Erfüllung und Befriedigung jeden Verlangens.


Diese Reise war die Rückkehr zu dem Punkt, von wo aus er, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, in diese Existenz gekommen war und stellte seine umfassende Entdeckung der eigenen Tiefe und Vollkommenheit seiner eigenen Existenz dar: der Gipfel und das Zentrum der Schöpfung und die reinste Manifestation Göttlicher Schönheit, Gnade, Großzügigkeit und Göttlichen Gleichgewichts. Wegen seiner Nähe zur Göttlichen Essenz und weil es niemanden gibt, der Ihr näher kommt, wurde ihm der Name Al-Habib, der Geliebte, gegeben.


Doch es muss daran erinnert werden, dass trotz seines unvergleichlichen Ranges beim Schöpfer des Universums, Muhammad nicht mehr als ein Geschöpf und vor seinem Herrn, Dem Einen, Der keinen Teilhaber hat, vollkommen machtlos ist. Er ist der Gesandte, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, der der Menschheit den letzten und vollkommenen Weg bringt, der alle Lehren, die vor ihm herabgekommen waren, mit einschließt und übertrifft; er ist gleichzeitig ein absoluter Sklave Seines Herrn und sich bewusst, dass alle Macht und Stärke von Ihm kommen.


Der Muslim kann Muhammad nicht anbeten, denn der Herr ist immer der Herr und der Sklave kann nie mehr als der Sklave sein, gänzlich abhängig von seinem Schöpfer. Tatsächlich ist sich Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, gerade aufgrund seiner Nähe zur Göttlichen Essenz, mehr als jedes andere Geschöpf der absoluten Macht seines Herrn und seiner eigenen völligen Ohnmacht bewusst.


Trotzdem ist Muhammad, der Name bedeutet „der Lobenswerte“, vom Herrn des Universums ein Platz gegeben worden, der über jedem Platz eines anderen Geschöpfes steht und allen Muslimen ist es aufgetragen, ihm die Ehre seines Ranges zu erweisen und um Segen für ihn zu bitten. Im Qur’an offenbart Allah: „Wahrlich Allah und Seine Engel segnen den Propheten. O ihr Gläubigen, betet für Frieden und Segen für ihn.


Aufgrund dieser Stellung bei Allah, durch die alle Dinge in ihre Existenz gekleidet sind, bedeutet ihn zu segnen, die Segnung der ganzen Schöpfung, und weil die Göttliche Wirklichkeit großzügig ist, fallen die Segenswünsche auf denjenigen zurück, der sie geäußert hat. Der Gesandte Allahs, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, sagte: „Wer mich einmal segnet, den segnet Allah hundert Mal. Wer mich hundert Mal segnet, den segnet Allah tausend Mal. Und wer mich tausend Mal segnet, (den schützt Allah, indem Er) dem Feuer untersagt, seinen Körper zu berühren.“


Die Nähe des Propheten, , möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, zu seinem Herrn und sein Wissen von seiner eigenen Unwissenheit vor dem Kenner-aller-Dinge machte ihn zum perfekten Mittel der Offenbarung des Göttlichen Wortes im Qur’an. Darum ist er der Gesandte, der Sklave und auch der des Lesens und Schreibens unkundige Prophet. Ihm kann kein Wissen zugeschrieben werden. Sein ganzes Wissen ist von Allah, Der allein das Unsichtbare und das Sichtbare kennt.


Seine Position vollkommener Aufnahmebereitschaft und gänzlicher Hingabe an seinen Herrn bedeuteten, dass alle seine Worte und Taten sich in völliger Harmonie mit der Göttlichen Einheit befanden. Seine Botschaft für die Menschheit findet sich deshalb auch nicht nur im Qur’an, sondern wurde genauso offenbar in seiner Lebensweise und in dem, was er zeit seines Lebens sagte. Der Muslim wird im Qur’an angewiesen: „Gehorcht Allah und gehorcht dem Gesandten.“


Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, zu gehorchen, ist Gehorsam zu Allah. Liebe für Muhammad ist Liebe für Allah. Und Feindschaft zu Muhammad ist Feindschaft zu Allah. „Wer dich hasst, ist abgeschnitten.“


Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, ist derjenige, der seinem Herrn gänzlich hingegeben ist. Der Muslim erhofft eine größere Nähe zu ihm, indem er hört, was er gesagt hat und gemäß seiner Worte handelt, indem er ihn nachahmt und in seiner Liebe für ihn zunimmt. Denn Nähe zu ihm ist Nähe zu seinem Herrn. Indem er sich Muhammad nähert, nähert sich der Mensch Allah.


Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, das Größte der Schöpfung in den Augen des Herrn des Universums, wird für seine Mitgeschöpfe am Tag des Gerichtes Fürsprache einlegen, wenn wir alle für unsere Taten in diesem Leben Zeugnis ablegen müssen. An jenem Tag, an dem „der, welcher das Gewicht eines Atoms Gutes getan hat, es sehen wird, und derjenige, der das Gewicht eines Atoms Schlechtes getan hat, es sehen wird.“


Von allen Wesen wurde ihm die größte Großzügigkeit und Barmherzigkeit gegeben und weil er von seinem Herrn geliebt ist, werden alle, die nur einen Funken wahren Glaubens in ihren Herzen haben, von der Pein verschont und in Freude sein.


Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, ist Allah der Nächste, er wird von Allah geliebt; er ist der erste Überfluss des Lichtes aus der Essenz Allahs, deshalb führt auch der Weg zu Allah unweigerlich durch ihn. Auf seiner Nachtreise stieg er auf durch die sieben Himmel in die Tiefen seines Wesens und die Gegenwart seines Herrn. Er kehrte zurück, um allen Menschen von dem Weg zu erzählen, der zum Herrn des Universums führt.


Dieser Weg steht allen offen, die ihn gehen wollen. Wer diese Reise unternimmt, um sein wahres Wesen zu entdecken, wird sehen, dass der Weg zur Göttlichen Wirklichkeit in den Tiefen des Herzens, der Weg des Siegels der Propheten, des Sklaven seines Herrn, der Weg Muhammads ist.


Keine Beschreibung dieses Mannes, so detailliert und gut recherchiert sie auch ist, kann wirklich vermitteln, wer er ist. Seine Vollkommenheit ist jenseits aller Aufzählung und selbst die größten Dichter, die ihn lieben, gestehen ihre Unfähigkeit ein, ihn genügend zu preisen.


Wer echtes Wissen über Muhammad, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden geben, will, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden gewähren, muss diejenigen betrachten, die sich selbst aufgegeben haben, weil sie seinem Vorbild in jedem Bereich ihres Lebens zu folgen suchen. In ihnen wird man etwas von der inneren Qualität und dem Licht Muhammads sehen, möge Allah ihn segnen und ihm Frieden gewähren. Von ihnen kann man den Weg des Islam erlernen, den Weg der Ergebung, der zum Frieden führt.

Von Hadsch Abdalhaqq Bewley.

Quelle:  http://www.islamische-zeitung.de/iz3.cgi?id=1977